Gerade mal ein einziges der vier gesteckten Ziele hat die Bundesregierung in den letzten vier Jahren erreicht, die (teilweise) Einführung der einheitlichen Behördennummer 115.
Ein Großaufgebot an Regierungsmitgliedern beim 4. Gipfel soll darüber jetzt hinwegtrösten: Der Wirtschaftsminister kommt, der Innenminister, die Justizministerin, die Verbraucherschutzministerin und sogar die Kanzlerin.
Die Regierung gibt sich vor dem Gipfel technikfreundlich, bürgerrechtsfreundlich und verbraucherfreundlich…
Die Kanzlerin stellte die erste „Internet-Regierungserklärung“ in Aussicht (technikfreundlich).
Die Justizministerin sprach sich medienwirksam noch mal schnell für “Löschen statt Sperren” aus (bürgerrechtsfreundlich).
Die Verbraucherschutzministerin will dagegen “Internet-Kriminalität bekämpfen” und warnte mal wieder vor einem “rechtsfreien Raum” (verbraucherfreundlich).
… tatsächlich handelt sie technikfeindlich, bürgerrechtsfeindlich und verbraucherfeindlich.
Zur Erinnerung: Die Kanzlerin ist verantwortlich dafür, dass ein Gesetz verabschiedet wurde, das eben jene Netzsperren vorsieht – auch wenn es jetzt noch einmal überprüft werden soll (bürgerrechtsfeindlich).
Die Justizministerin hat im Ministerrat das Swift-Abkommen passieren lassen, mit dem der CIA ganz legal die Bankdaten aller Bürgerinnen und Bürger durchleuchten darf – auch wenn das Parlament es noch einmal abnicken darf (verbraucherfeindlich).
Die Verbraucherministerin ist verantwortlich dafür, dass Deutschland die EU-Gelder in die Milchquote fließen ließ – und nicht in die Breitbandstrategie (technikfeindlich).
Der Wirtschaftsminister setzt beim Breitbandausbau tapfer weiter auf mehr Wettbewerb und die EU – als ob der Ausbau von Brüssel blockiert würde.
Der Innenminister ist verantwortlich dafür, dass Deutschland beim e-government allenfalls im Mittelfeld liegt und der FDP-Gesundheitsminister stoppt derweil die elektronische Gesundheitskarte (verbraucherfeindlich).
Was von diesem Gipfel bleiben wird: Warme Worte, unerreichte Ziele, falsche Versprechen, zu wenig Investitionen und viel verschüttete Milch.
Updated Links:
Pressemitteilung des Wirtschaftsministers.
Erklärung des Innenministers.
Rede der Justizministerin.
Pressemitteilung aus dem BMELV.
Namensbeitrag der Kanzlerin in der FTD und Rede auf dem Gipfel.
Gipfelblog mit diversen Interviews.
Kommentare, von echten und “vermeintlichen” Teilnehmern: Malte Spitz, Markus Beckedahl, Stefan Niggemeier.
Summary:
Yet just one of four goals in the area of IT did the german administration achieve. This is the (partial) introduction of a nationwide offices nummer. The 4th IT-summit is nevertheless visited by the minister of state for trade and industry, the minister for the interior, the minister for justice, the state secretary for consumer protection and even the chancelor herself.
The government does present itself technology-friendly, civil-rights-friendly and consumer-rights-friendly, however it does not act like it. The chancelor is responsible for a disputed law on access-ban, the minister of justice is for a disputed treaty to exchange data with the US and the minister for consumer affairs did direct EU money in milk quota rather than broadband construction.














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