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Deutsche Digitale Bibliothek.

Das Bundeskabinett hat die Errichtung einer Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) gebilligt. Die Konferenz der Ministerpräsidenten der Länder hatte ihr schon im Oktober 2009 zugestimmt.

Die DDB soll über 30.000 Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen in Deutschland vernetzen und in die Europäische Digitale Bibliothek “Europeana” integrieren.

Offenbar reagiert die Bundesregierung damit auf die Aktivitäten von google.

Kulturstaatsminier Neumann hatte schon früher ein stärkeres Vorgehen der Europäischen Kommission gegen den Aufbau einer digitalen Bibliothek durch den Internetkonzern Google angemahnt.

Die Bundesregierung plant zwar – anders als google – bestehende Urheber- und Leistungsschutzrechte einzuhalten, will aber auch erst 2011 mit dem Aufbau der Internet-Bibliothek beginnen.

Im Bundestag fand heute eine Befragung der Bundesregierung zu diesem Thema statt (livestream).

Summary: Cabinet approved the creation of a german digital library (DDB), however it will only start in 2011.

Amended Google Books Settlement.

Traditionell stellen öffentliche Bibliotheken ihre Informationen für jedermann kostenlos zur Verfügung. 2004 hat Google gegen alle Widerstände damit begonnen, digitalisierte Bücher (zum Teil nur auszugsweise) zu veröffentlichen. Jetzt wurde ein Vergleich verkündet.

Public-Private Partnership

Google hatte dafür mit mehreren Bibliotheken Verträge geschlossen. Das Unternehmen digitalisierte die Bücher kostenlos und überließ den Bibliotheken jeweils eine Kopie. Im Gegenzug verpflichteten sich die Bibliotheken dazu, diese Kopie für andere Suchmaschinen zu sperren – aber ansonsten öffentlich verfügbar zu machen.

Nicht alle Werke waren gemeinfrei, die Zustimmung der Urheber hatte Google jedoch nicht eingeholt, sondern berief sich stattdessen auf die Regel des „fair use“.

Vertrag zu Lasten Dritter?

Diese Rechnung hatte man ohne Verleger und Autoren gemacht. 2005 reichten US-amerikanische Verleger- und Autorenverbände gegen Google eine Sammelklage ein. Zunächst sollte Google das Recht der Vermarktung aller verwaisten Werke erhalten.

Rechteinhaber vergriffener Werke sollten – bei Widerspruch – eine Entschädigung durch die Verwertungsgesellschaft (Book Rights Registry) erhalten. Das US-amerikanische Justizministerium genehmigte den Vergleich in dieser Form jedoch nicht.

Auch der Vergleich war ein Vertrag zu Lasten Dritter. Ausländische Rechteinhaber waren an dem Vergleich nicht beteiligt, wären aber aufgrund internationaler Abkommen betroffen. Zudem könnte Google ungehindert auswerten, wer wann welche Bücher liest. Und Google bestimmt den Zugang allein, ohne Mitbewerber.

Amended Google Books Settlement

Der Vergleich wurde deshalb ergänzt. Bücher, die nicht in den Vereinigten Staaten veröffentlicht wurden, sind jetzt vom Vergleich nur noch dann betroffen, wenn ihre Bücher beim United States Copyright Office registriert, bzw. in Kanada, Großbritannien oder Australien veröffentlicht wurden.

Deutsche Autoren und Verleger behalten daher zwar alle Rechte gegenüber Google, erhalten aber auch grundsätzlich keine Zahlungen. Die Interessen derjenigen Autoren die keine Ansprüche angemeldet haben, werden treuhänderisch („Unclaimed Works Fiduciary”) gegenüber der Verwertungsgesellschaft vertreten.

Alternativen?

Konkurrenz für Google Books gibt es wenig. Einige Verlage digitalisieren ebenfalls. Mit Göttingen und München gibt es zwei große universitäre Digitalisierungszentren. Auch die Open Content Alliance (Yahoo, Internetarchiv und University of California) hat eine öffentliche digitale Bibliothek. Aber offensichtlich fehlt den öffentlichen Bibliotheken das Geld für diese Jahrhundertaufgabe.

Europa sollte die Fehler nicht wiederholen

Europas Regierungen können sicher viel vom Enthusiasmus amerikanischer Unternehmen lernen. Sie sollten aber die Fehler nicht wiederholen, die die US-Regierung bei Google gemacht hat. Die größtmögliche Verbreitung öffentlichen Wissens ist zwar der richtige Ansatz, verträgt sich aber nicht mit einem privaten Monopol.

Ohne Schutz der Urheber wird öffentliches Wissen schnell zu einer Zwangsabgabe. Und dort wo der Leser und seine Daten nicht ausreichend geschützt sind, wird das öffentliche Interesse, an diesem Wissen teilzuhaben, zu Recht schnell wieder zurückgehen.

Zeitalter der Informationsgesellschaft einleiten

In Europa ist weit und breit kein Unternehmen in der Lage, vergleichsweise viele Bücher zu digitalisieren wie Google. Hier gibt es ganz andere Probleme als private Monopole. Regierungen müssen die Tatsache viel stärker berücksichtigen, dass wir längst in einer Informationsgesellschaft leben. Neue Formen der Publikation verändern die Art des Schreibens, Lesens und des Geschäftemachens.

Dabei muss man den Interessen der Leser und der Autoren stärker Rechnung tragen. Bisher setzt das Urheberrecht dagegen vor allem auf die Interessen der sonstigen Rechteinhaber, sogar bei öffentlich geförderten Projekten. Dadurch wird die Verbreitung öffentlichen Wissens behindert und nicht erweitert. Der Mehrwert ist nicht erkennbar, es sei denn es geht nur darum, bestehende Geschäftsmodelle abzusichern.

Wissen verfügbar machen

Die mit der Digitalisierung verbundenen Vorteile müssen endlich zur Kenntnis genommen und zum Ausgangspunkt neuer Regeln gemacht werden. Ansätze dazu bietet beispielsweise die Open Access Bewegung. Einrichtungen und Unternehmen, die bereit sind, sich den Herausforderungen der Digitalisierung zu stellen und Wissen öffentlich verfügbar machen, sollten stärker gefördert werden. Und dabei sollten möglichst die gleichen Regeln für alle gelten.

Update 18.12.: Pariser„Tribunal de Grande Instance” verbietet Google Bücher französischer Verlage zu digitalisieren.

Links:

Wichtigste Änderungen des Vergleichs als zip.

Kommentierung im Blog bei iRights.info.

ZEITonline vom 17. November 2009: “Wir brauchen ein Google Gesetz“.

Update 19.11.: Legal Analysis at Electronic Frontier Foundation.

Summary:

On november 13, the amended google books settlement was presented to the public. It does not affect books that have not been published in the US, except they are registered with the US Copyright Office or have been published in Canada, Australia or the UK. German authors maintain their rights, however, they do neither receive any payments.

In any case, the settlement does not fit as a model for europe. True, no european company would be capable of digitalizing as many books as google. But who wants to pay the price of a monopoly? The european government should reconsider the current copyright law. So far, it does not encourage, but prevent public acces of knowledge.





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